{"id":407,"date":"2019-02-15T12:44:51","date_gmt":"2019-02-15T11:44:51","guid":{"rendered":"http:\/\/netphiltech.org\/wordpress\/?p=407"},"modified":"2019-03-19T12:50:44","modified_gmt":"2019-03-19T11:50:44","slug":"psychophysiologische-aspekte-in-nietzsches-erkenntniskritik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/netphiltech.org\/wordpress\/2019\/02\/15\/psychophysiologische-aspekte-in-nietzsches-erkenntniskritik\/","title":{"rendered":"Psychophysiologische Aspekte in Nietzsches Erkenntniskritik"},"content":{"rendered":"<p>Am 14. Februar 2019 begr\u00fc\u00dfte NetPhilTech rund ein Dutzend ForscherInnen zu einem Abendvortrag Prof. Dr. Roberto Barros (Universidade Federal do Par\u00e1. Faculdade de Filosofia. Instituto de Filosofia e ci\u00eancias Humanas ) in den R\u00e4umlichkeiten der TUD. Thema des Vortrags: \u201ePhysiopsychologische Aspekte in Nietzsches Erkenntniskritik\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Gemeinsam mit G\u00e4sten und MitgliederInnen diskutierte Prof. Barros, welche Rolle Aspekte der Triebinterpretation in der Philosophie Nietzsches spielen. Die Ausgangs\u00fcberlegung hierf\u00fcr findet sich schon in den fr\u00fchen Schriften Nietzsches, schildert Barros:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eSeit seinem ersten Buch ist eine physiopsychologische Sicht in der Philosophie Nietzsches anwesend. Sie zeigt sich haupts\u00e4chlich in seiner Kritik der metaphysichen Philosophie und der Wissenschaft. Trotzdem bringt sie nicht nur destruktive Aspekte mit sich, sondern beweist sich als sehr hilfreich, um die Wissensperpektive Nietzsches zu verstehen.\u201c<br \/>\nKunst wie auch Erkenntnis charakterisiert Nietzsche demnach als Wahnvorstellung, die einen Zweck der Triebe darstellen. Triebe werden durch physiopsychologische Manifestationen und Instinkte gepr\u00e4gt und durch den Leib vermittelt. Die Fragw\u00fcrdigkeit des Intellekts als Erkenntnisapparat ergibt sich f\u00fcr Nietzsche demnach daraus, dass grundlegende Probleme der Wissenschaft nicht durch die Wissenschaft selbst gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Die Effektivit\u00e4t rationaler Welterkl\u00e4rung wird somit im Hinblick auf ihre triebhafte und instinktive Herkunft von Nietzsche kritisiert. Demgegen\u00fcber bietet er eine organische Interpretation von Erkenntnis und Kunst an.<br \/>\nLogik hat damit f\u00fcr Nietzsche eine organische Herkunft sowie einen psychologischen St\u00fctzpunkt &#8211; den Glauben an Identit\u00e4ten und Kausalit\u00e4ten, die helfen sich in der Welt zu orientieren. Menschliche Orientierung besitzt demnach auch keine h\u00f6here Motivation sondern entsteht aus unserem Verh\u00e4ltnis zur Welt in Bezug auf Lust und Unlust. Dieses Verh\u00e4ltnis erkl\u00e4rt laut Barros Nietzsche Interpretation den Ursprung von Gesetzen, Zahlen oder auch dem Glauben. Mit Nietzsches Worten:<\/p>\n<p>\u201eWir haben eben gar kein Organ f\u00fcr das Erkennen, f\u00fcr die \u201aWahrheit\u2018: wir \u201awissen\u2018 (oder glauben oder bilden uns ein) gerade so viel als es im Interesse der Menschen-Herde, der Gattung, n\u00fctzlich sein mag: und selbst, was hier \u201aN\u00fctzlichkeit\u2018 genannt wird, ist zuletzt auch nur ein Glaube, eine Einbildung und vielleicht gerade jene verh\u00e4ngnissvollste Dummheit, an der wir einst zu Grunde gehn.\u201c ( Nietzsche. FW \u00a7 534.)<\/p><\/blockquote>\n<p>Die psychophysiologische Sicht erm\u00f6glicht es somit zu verstehen, dass unser Verh\u00e4ltnis zur Welt ganz andere Ziele verfolgt als deren Erkenntnis.<\/p>\n<p>Wir danken Prof. Barros f\u00fcr den Vortrag und den inspirierenden Austausch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 14. Februar 2019 begr\u00fc\u00dfte NetPhilTech rund ein Dutzend ForscherInnen zu einem Abendvortrag Prof. Dr. Roberto Barros (Universidade Federal do Par\u00e1. Faculdade de Filosofia. 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